Auf ein Wort: Ist der Stau vor der Schranke unvermeidlich?

Wir haben sie gewollt, die Fortführung der Euregiobahn über den AnnaPark hinaus. Und wir wollen auch den Ringschluss. Denn ein guter Öffentlicher Personennahverkehr ist ein Standortvorteil und hat wirtschaftlichen Nutzen. Zur Zeit erleben und erregen wir uns aber auch über die Kehrseite der Medaille. In Blumenrath fährt die Bahn fast „durch die Gärten“. Der Wunsch der Anlieger, vor neugierigen Blicken in ihre Gärten und in ihre Wohnzimmer verschont zu bleiben, ist berechtigt. Hier muss mit dem Betreiber der Bahn eine Lösung gefunden werden,  die auf die Interessen der Anlieger eingeht.

Das gilt auch in Bezug auf Klagen von Anwohnern an den Haltepunkten darüber, dass die Bahn beim Bremsen „quietscht wie verrückt“. Das muss anders gehen, entweder durch eine geänderte Fahrweise beim Anfahren dieser Haltepunkte oder durch technische Lösungen. Denn ein Öffentliches Verkehrsmittel, das die Lebensqualität der Menschen beeinträchtigt, ist kein gutes Verkehrsmittel.

Eine Lösung für die beiden Probleme kann es gewiss nicht von heute auf morgen geben, aber diese Probleme müssen jetzt angegangen werden. Schwieriger wird es mit dem dritten Problem. Das sind die Rückstaus, wenn die Schranken geschlossen sind. Hier kann es – leider – keine schnelle Lösung geben, sondern nur eine gründliche. Und: Zur Lösung dieses Problems können nicht nur die Bahn und die Stadtplaner beitragen. Hier sind zu einem gut Teil auch wir als Verkehrsteilnehmer selbst gefragt.

Wenn sich nach Öffnen der Schranke der nächste Stau Richtung Würselen an der Kreuzungsampel Würselener Straße/Kurt-Koblitz-Ring aufbaut, dann kann Abhilfe geschaffen werden, wenn die Grünphase für Linksabbieger vom Kurt-Koblitz-Ring in die Würselener Straße gekoppelt wird mit einer Grünphase für die Rechtsabbieger in umgekehrter Fahrtrichtung. Das hat der SPD-Ortsverein Kellersberg beantragt. Nur, es geht ja um eine Bundesstraße, und bei den für Bundesstraßen zuständigen Ämtern kann Fortschritt manchmal eine Schnecke sein. Ein dickes Brett also, das wir hier bohren müssen.

Andererseits zeigt genau dieser Stau, dass es Autofahrer gibt, die vom Denkmalplatz aus nicht zur Kreuzung Luisenstraße/Kurt-Koblitz-Ring fahren, um nach Ofden, Würselen oder Aachen zu kommen, sondern mitten durch die City, über Bahnhofstraße und Würselener Straße in diese Richtung fahren. Nicht alle, die an besagter Ampel stehen, sind aus Richtung Herzogenrath und Zopp gekommen.

Weiterhin wird die Bahnhofstraße in Richtung Bahnschranke auch genutzt, um vom Denkmalplatz kommend am Kreisverkehr nach rechts zum Kaufland abzubiegen. Dorthin kann aber auch über den Denkmalplatz hinaus über Übacher Weg, Herzogenrather Straße und dann im AnnaPark über Carl-von Ossietzky-Straße und Konrad-Adenauer-Allee gefahren werden. Das ist einen halben Kilometer länger, dafür jedoch staufrei.

Es sei festgestellt, dass ein geändertes Verhalten der Verkehrsteilnehmer selbst einiges bewirken kann. Es ist jedoch nicht die alleinige Lösung.  Das ist auch eine Aufgabe von Stadtplanung und Stadtentwicklung. Verkehrsströme können durch weiträumige intelligente Ampelschaltung und wirksame Verkehrslenkung beeinflusst werden. Und: Wenn wir über die neue Innenstadt reden und über künftige Nutzungen auf dem Annagelände, dann müssen wir auch über Straßenanbindungen und Verkehrslenkungen nachdenken. Ja, auch das braucht seine Zeit. Das sollte uns aber nicht daran hindern, jetzt schon Ideen zu entwickeln.

Machen Sie mit, liebe Leserinnen und Leser des ALSDORFblog. Beteiligen Sie sich mit ihren Vorschlägen. Wir freuen uns auf ihre Kommentare zum Thema.

Herzlich

Ihr  Hans-Peter Thelen, Vorsitzender SPD-Stadtverband

 

Dieser Beitrag wurde unter Auf ein Wort veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Ein Kommentar zu Auf ein Wort: Ist der Stau vor der Schranke unvermeidlich?

  1. Johannes sagt:

    Wahrscheinlich meckern die am lautesten die eigentlich gar nicht über diese Straße fahren müßten. Trotzdem sollte man sich Gedanken über eine großräumige Lösung machen. Das ist der richtige Ansatz.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.