Erst für Farthmann und Matthiesen – Jetzt für Alsdorf: Neuer SPD-Chef

Alsdorfs SPD hat einen neuen Parteivorsitzenden: Hans-Peter Thelen. „Heimat ist für mich ein Gefühl“, sagt der Neue. Und er wolle dafür arbeiten, dass es für die Menschen in Alsdorf ein gutes Gefühl ist. Er ist Journalist, lernte dieses Handwerk bei den Aachener Nachrichten und arbeitet seit 1979 in der Landeshauptstadt Düsseldorf. Zunächst im Landespresse- und Informationsamt der Landesregierung. Dann 21 Jahre als Pressechef der SPD-Landtagsfraktion und lange Zeit enger Vertrauter von Prof. Dr. Friedhelm Farthmann und Klaus Matthiesen. Heute beschäftigt er sich beruflich in der Staatskanzlei mit Kommunikationsplanung, elektronischen Medien und vernetzter Öffentlichkeitsarbeit. Erfahren Sie im Interview mehr über Alsdorfs neuen SPD-Vorsitzenden.

Was hat Sie daran gereizt, SPD-Parteichef in Alsdorf zu werden?

Erstens hängt mein Herz an dieser Stadt. Ich wäre in all den Jahren nie auf die Idee gekommen, meine Geburtsstadt zu verlassen und nach Düsseldorf zu ziehen. Als Kind habe ich die Kokerei gerochen und war fasziniert von den Dampfloks am Grubenbahnhof. Heute fasziniert mich der strukturelle Aufbruch, die wunderbare Veränderung unserer Stadt. Zweitens bin ich ein absoluter Fan von Alfred Sonders. Dieser Bürgermeister ist ein Glücksfall für Alsdorf. Der hat Ideen, der liebt die Menschen hier. Drittens bin ich leidenschaftlicher Sozialdemokrat. Mit dieser Kombination ist es doch zwangsläufig, dass ich mich für diese wunderbare Aufgabe beworben habe.

In Ihrer Rede vor dem Stadtverbandsparteitag haben Sie gesagt, dass die SPD Alsdorf eine Partei der Einladung sein will, dass aus Betroffenen Beteiligte werden sollen. Aber der Bürgerinitiative pro Hauptschule in Alsdorf-Ost werfen Sie vor, den Erhalt der  Schule durch Verzicht auf eine soziale Einrichtung in der Burg finanzieren zu wollen. Das ist ein Widerspruch.

Ich wende mich nicht gegen das Engagement  der Initiative. Ich habe etwas dagegen, wenn das eine gegen das andere ausgespielt wird. Beides ist wichtig: Soziales Engagement, in dem Fall der Arbeiterwohlfahrt, und die Sicherung hoher schulischer Standards. Der Kern sozialdemokratischer Bildungspolitik ist Aufstieg durch Bildung. Bildungschancen sind Zukunftschancen. Worum es in erster Linie geht, ist, die Bildungschancen unserer Kinder und Jugendlichen zu sichern. Jetzt gibt es da aber zwei Probleme, auf die Politik eine Antwort geben muss. Erstens: Unsere Stadt operiert haarscharf an ihren finanziellen Grenzen. Zweitens: In zehn Jahren werden wir 20 bis 30 Prozent weniger Schulkinder haben.

Was heißt das?

Das heißt, dass wir handeln müssen. Wer Angst davor hat, unbequeme Wahrheiten auszusprechen, hat in der Politik nichts verloren. Schulpolitik kann weder gegen Eltern noch gegen den demografischen Wandel gemacht werden. Wenn ich das Geld dafür habe, jeden Schulstandort zu erhalten: Wunderbar. Wenn nicht, muss zugunsten des übergeordneten Argumentes entschieden werden.  Das Wichtigste in der Schulpolitik für Alsdorf ist die Sicherung aller Schulabschlüsse.

Und Sie glauben, die Eltern sind zufrieden, wenn Sie ihnen das so sagen?

Diejenigen, die von Schulschließungen betroffen sind, die sind natürlich nicht zufrieden. Das ist doch völlig verständlich.  Umso wichtiger ist, dass wir mit ihnen vom ersten Tag an darüber reden, bevor Entscheidungen getroffen werden. Dann ist es vielleicht etwas leichter zu ertragen. Wenn dann der Rauch abgezogen ist, wird vielleicht der Blick auf das übergeordnete Interesse für die Kinder und Jugendlichen wieder frei. Dafür gibt es in Alsdorf und in anderen Städten positive Beispiele.

Sie haben gesagt, dass Sie sich nicht mit den anderen politischen Parteien streiten wollen. Aber, das ist doch das Salz in der Suppe?

Wenn Sie das so sehen, haben Sie ein Problem in der Wahrnehmung. Die Menschen wollen keinen parteipolitischen Streit. Sie wollen, dass Politik und Politiker sich um ihre Probleme kümmern. Die SPD wird in Alsdorf nicht mit anderen Parteien streiten, sondern wir werden mit den Menschen darüber reden, was wir gemeinsam noch besser machen können. Daraus schmieden wir unseren politischen Plan für Alsdorf. So sieht Politik heute aus. Und zweitens werden wir mit unseren kommunalpolitischen Partnern ABU und FDP dafür sorgen, dass Alfred Sonders noch sehr viel Gutes für unsere Heimatstadt tun kann.

Und wenn die Opposition im Stadtrat mal eine gute Idee hat?

Dann werde ich das Nachdenken darüber nicht einstellen, nur weil die Idee aus der Opposition kommt

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