Studentischer Ideenwettbewerb für die Neue Mitte startet

Alsdorf-Mitte besitzt ein großes städtebauliches Entwicklungspotenzial. Das soll konsequent genutzt werden für eine attraktive City mit hoher Aufenthaltsqualität.

Alsdorf-Mitte besitzt ein großes städtebauliches Entwicklungspotenzial. Das soll konsequent genutzt werden für eine attraktive City mit hoher Aufenthaltsqualität.

Vor einem Jahr hatte die SPD Alsdorf einen studentischen Ideenwettbewerb für die Gestaltung der neuen Mitte von Alsdorf gefordert (Bericht siehe hier). Der Prozess müsse sorgfältig vorbereitet werden, denn, so betonte die SPD damals: “Wir wollen nicht die erstbeste Lösung. Wir wollen die beste Lösung für Alsdorf.” In der Zwischenzeit hat Bürgermeister Alfred Sonders rund 30.000 Euro Unterstützung eingesam- melt. Denn auch das war der SPD bei ihrem Beschluss Anfang Februar 2013 wichtig: Der studentische Ideenwett-bewerb sollte die Stadtkasse nicht belasten. Mittlerweile hat die Stadtverwaltung ein Konzept erarbeitet. Studenten an drei Hochschulen, RWTH Aachen, FH Aachen und FH Düsseldorf, sollen sich Gedanken machen, wie die neue Mitte Alsdorf gestaltet werden könnte. Wie in Alsdorf seit der Amtszeit von Bürgermeister Alfred Sonders üblich, sollen die Bürgerinnen und Bürger auch in diesen Prozess eingebunden werden. Deshalb wird es bereits am 29. April 2014, um 19 Uhr ein Bürgerforum im Fördermaschinenhaus des ENERGETICON geben, das vom Zeitungsverlag Aachen unterstützt wird. Wer sich darauf vorbereiten möchte, kann dies hier tun. Der ALSDORFblog veröffentlicht das Konzept der Stadtverwaltung für den studentischen Ideenwettbewerb:

Neue Mitte Alsdorf – Studentische Ideensammlung

Fortschreibung Innenstadtrahmenplan

Hintergrund

Seit Beendigung des Steinkohlebergbaus hat die Stadt Alsdorf in nur zwei Jahrzehnten einen fundamentalen Wandel vollzogen. Die Betriebsflächen der Zeche und Kokerei Anna wurden mit attraktiven Wohnungsbau-, Gewerbe- und Parkflächen völlig neu gestaltet und veränderten Funktion und Bild der Innenstadt grundlegend. Die Abraumhalden als Zeugen der ehem. Bergbautätigkeit haben ein besonderes Landschaftsbild mit naturräumlicher Vielfalt und großem Naherholungspotenzial entstehen lassen. Bis 1992 monostrukturierter Bergbaustandort, ist Alsdorf in der Zwischenzeit mit seiner verkehrlich günstigen Lage durch den A-44-Anschluss, der Nähe zu den Aachener Hochschulen und zum Forschungszentrum Jülich sowie durch attraktive Gewerbe- bzw. Industriegebietsflächenreserven zum modernen Firmenstandort geworden: DVD- u. Bluray-Produktion, Halbleiter-Herstellung, Pharma- u. Automobilindustrie sowie die Logistikbranche sind Beispiele für die Vielseitigkeit der heutigen Wirtschafts- und Arbeitsplatzpalette. Gleichzeitig setzt Alsdorf mit Stadthalle, Cinetower und Tierpark – künftig auch dem Energeticon – in besonderem Maße Kultur- und Freizeitimpulse für den Aachener Nordraum. So ist aus der früheren Zechenstadt eine neue Stadt Alsdorf mit vielen Potenzialen gewachsen, die vor dem Hintergrund des Strukturwandels und seiner Folgen nach wie vor ihr neues Profil in der Städteregion Aachen auszubilden und zu schärfen sucht.

Bereits im Jahre 2011 hat sich die Stadt in einem öffentlichkeitswirksamen Prozess ein neues Leitbild „Alsdorf 2021“ gegeben. Der entscheidende Profilschwerpunkt wurde dabei auf „Alsdorf – die Familienstadt“ gesetzt. Im darauffolgenden Jahr wurde in einem neuerlich breit angelegten Kommunikationsprozess ein offener Wettbewerb für ein neues Stadtlogo ausgelobt, das nunmehr in Verbindung mit dem Claim „Voller Energie“ Alsdorf von Vergangenheit bis Zukunft symbolisiert.

Nunmehr gilt es, das neue Leitbild auch städtebaulich in einen Masterplan für die Innenstadt umzusetzen und als Orientierungsleitfaden für die zukünftige Stadtplanung zu visualisieren. Auch hier soll eine Ideensammlung in Kooperation mit verschiedenen Hochschulen und in Verbindung mit einem öffentlichkeitswirksamen Beteiligungsprozess vorgeschaltet werden.

Ein studentisches Entwurfsverfahren im Sinne eines Planspiels unter Einbindung möglichst vieler Akteure eröffnet wie kaum ein anderes Verfahren eine völlig unvoreingenommene, zu großen Teilen zwanglose und daher ergebnisoffene Auseinandersetzung mit der Stadt und ihrem Nutzungsgefüge, ihren öffentlichen Räumen und ihrem Erscheinungsbild. In einem Bürgerforum zu Beginn des studentischen Entwurfsprozesses sollen Bürger/innen, Einzelhändler und Gewerbetreibende bzw. Akteure der lokalen Ökonomie, Politik und Verwaltung sowie Fachpublikum ihre Vorstellungen, Wünsche und Ideen für die Gestaltung und Nutzungen im Innenstadtbereich eingeben und diskutieren. Dies soll vielfältige neue Denkanstöße und Impulse für die Entwicklung und Identifikation mit Alsdorfs neuer Mitte liefern. Am Ende des studentischen Verfahrens soll dann eine möglichst breite Palette verschiedener Lösungsansätze und Entwurfsszenarien stehen. Ein Preisgericht wird unter den Studentenbeiträgen letztlich eine differenzierte Wertung und Prämierung vornehmen.

Ziele

Die Stadt Alsdorf ist bestrebt, die Innenstadt mit einem harmonischen Stadtbild als „Neue Mitte“ im Sinne eines Identifikationsortes für Alsdorfs Bürger, als Imageträger für Besucher und als wichtiges Kriterium für Investoren und Neuansiedlungen aufzuwerten. Es sind bereits wichtige Schritte zur qualitätvollen Umgestaltung der Innenstadt erfolgt. Neben den Umbaumaßnahmen modifizierter Kreisverkehr / Bahnhofstraße / Denkmalplatz mit attraktiver Stadtmöblierung und Aufenthaltsqualität erfolgten auch Verbesserungen hinsichtlich der Sauberkeit und Grünflächenpflege.

Um den negativen Auswirkungen des Strukturwandels in sozialer, wirtschaftlicher, städtebaulicher und stadtökologischer Hinsicht ­zu begegnen, wurde zudem das Projekt „Soziale Stadt Alsdorf Mitte“ mit einem umfangreichen Maßnahmenbündel seit 2011 ins Städtebauförderungsprogramm aufgenommen. Neben dem Bau des Kultur- und Bildungszentrums besteht ein wesentlicher Projektbaustein aus der Einrichtung eines Quartiersmanagements zur Unterstützung privaten Engagements und nachhaltiger Kooperationsstrukturen sowie aus einer Bündelung verschiedener sozialer Träger, karikativer Dienstleister, kirchlicher Eirichtungen, Vereine etc. unter dem Titel „Alsdorfer Bildungs-, Beratungs- und Begleitungsangebote“ (ABBBA) mit zentraler Anlaufstelle in der Luisenpassage. Zur nachhaltigen Wohnumfeld- und Gestaltungsverbesserung wurde ein „Fassaden- und Hofprogramm“ ins Leben gerufen – als Anreiz und zur Förderung für die private Initiative von Haus-/ Grundstückseigentümern. Auch ein Verfügungsfonds „Stärkung der lokalen Ökonomie – Attraktivierung Innenstadt“ wurde eingerichtet, mit dem verschiedene Projekte und Aktionen privater Akteure angestoßen und realisiert werden sollen (bspw. Informationsstelen zur Markierung der Stadteingänge).

Im Rahmen des Stadtmarketings wurden bereits Ideenansätze eines Licht- und Beleuchtungskonzepts entwickelt und teilweise umgesetzt (z.B.  Burg, Volkshochschule).

Daneben verfügt Alsdorf noch über ein im Vergleich zu anderen Städten einzigartiges Flächenpotenzial im Innenstadtbereich, das es für die Zukunft wegweisend zu nutzen und – als Beitrag zur Revitalisierung des gesamten Quartiers – nachhaltig zu entwickeln gilt. Es handelt sich dabei insbes. um die Fläche des Zentralparkplatzes (ca. 4 ha rückwärtig zwischen Denkmalplatz und Anna-Platz), der als zentraler Entwicklungsbereich für eine Neuausrichtung des Stadtgefüges vorrangig im Fokus der hiesigen Ideensammlung steht. Desweiteren sollen für die Ackerflächen hinter dem Rathaus (ca. 8 ha) städtebauliche Ideen hinsichtlich ihrer künftigen Nutzung und Bebauung entwickelt werden.

Rahmenbedingungen

Natürlich wirft die Aufgabenstellung eine essentielle Frage auf: Wie soll die Innenstadt eigentlich zukünftig aussehen? Welche Rahmenbedingungen müssen erfüllt sein, um das Zentrum einer Mittelstadt wie Alsdorf für Bewohner lebenswert und für Besucher, Gewerbetreibende, potenzielle Investoren etc. attraktiv zu machen? Welche neuen/andersartigen Angebote können geschaffen werden, mit denen man sich auch unter den Nachbarstädten positiv hervorheben kann?

Die Innenstadt soll der zentrale Ort für Wohnen, Arbeiten, Verwaltung, Versorgung sowie für Kultur, Handel, Bildung und Freizeit sein. Neben den Herausforderungen unserer Zeit wie Klimawandel, drohende Ressourcenknappheit, Mobilität, demographischer Umbruch und Migrationseffekte spielt die intensive Auseinandersetzung mit der Situation vor Ort eine besonders wichtige Rolle.

Mit ihrem facettenreichen Kultur- und Freizeitangebot übernimmt Alsdorf im Norden der Städteregion bereits eine „Versorgungsfunktion“ auch für die Nachbarstädte, die es weiter auszubauen gilt.

Auch im Einzelhandel zeigt sich ein Strukturwandel: Konzentrationsprozesse, Verkaufsflächenwachstum, autokundenorientierte dezentrale Fachmarktzentren, E-Commerce und Convenience-Handel sind Stichworte in Verbindung mit den gravierenden Veränderungen des Einzelhandels, die sich allgemein zunehmend durch Uniformität, Trading-Down-Tendenzen (bspw. 1 €-Läden) und schließlich Leerstände in allen Zentren bemerkbar machen. Auch in Alsdorf bedarf es im Zuge des hiesigen Prozesses einer intensiven Auseinandersetzung mit der Einzelhandelssituation und deren Optimierung (vgl. Einzelhandelsgutachten BBE Köln 2008/2012). Die Kaufkraftbindung (d.h. die Relation zwischen den Umsätzen des ansässigen Einzelhandels und dem örtlichen Kaufkraftpotenzial) liegt für Alsdorf bei ca. 88 %, so dass per Saldo Kaufkraft in Höhe von ca. 29 Mio. Euro aus der Stadt abfließt. So sind insbes. bei den innenstadtprägenden Sortimenten Spielwaren/ Hobby/ Basteln/ Musikinstrumente, Uhren/ Schmuck,  Haus-/ Heimtextilien/ u.ä. Einrichtungsgegenstände  gravierende Angebotsdefizite und Kaufkraftabflüsse zu verzeichnen.  Insgesamt wird der Betriebsformenmix in der Alsdorfer Innenstadt neben einigen Magnetbetrieben vom kleinteiligen Einzelhandel dominiert, fast 80 % der Ladenlokale verfügen über maximal 100 m² Verkaufsfläche. Bemerkenswert ist aber auch, dass etwa die Hälfte (ca. 30.590 m²) der Gesamtverkaufsfläche in Alsdorf auf dezentrale Einzelhandelslagen entfällt. Daher ist es geboten, auch weitere Flächenpotenziale für größere Einzelhandelsbetriebe in der Innenstadt zu erschließen.

Neben der planerischen Stärkung der City und verbesserter Erreichbarkeit (ÖPNV, Parkplatzangebot) liegt der städtebauliche Schwerpunkt in einer Stärkung der Attraktivität und Aufenthaltsqualität der Innenstadt, um mit Blick auf den Trend zum einerseits erlebnisorientierten und andererseits bequemlichkeits- und schnelligkeitsfokussierten Konsum die Kunden in die Stadt zurückzuholen.

Auch im Bereich Wohnen ist angesichts des demografischen Wandels und veränderter Haushaltsstrukturen eine Trendwende festzustellen: Sind die Kinder aus dem Haus, die Wege zu weit, der Garten zu arbeitsintensiv, dann entdecken viele Menschen („Best Ager“,  Senioren etc.) das Stadtleben mit seinen kulturellen Angeboten, Infrastruktur u. Versorgung (auch im Gesundheitssektor) für sich neu. Diesen Nachfragegruppen ist mit spezifischen Angeboten Rechnung zu tragen.

Zudem weist die Alsdorfer Innenstadt historisch eine Mehrpolarität auf. So stellt sich bereits bei den Abgrenzungsversuchen des Innenstadtbereichs die Frage: wo beginnt er, wo hört er auf?

Altstadtbereich Burg

Als historischer Altstadtkern des vorindustriellen Alsdorfs ist dieser Bereich erst in jüngerer Zeit, insbes. mit der Sanierung der Burg, dem Umbau der Remise zum Bürgerhaus und diversen kulturellen Inszenierungen auch wieder über die Stadtgrenzen hinaus ins Bewusstsein der Bevölkerung gekommen. Dennoch ist er mit Blick auf die heutige Cityfunktion dem Innenstadtbereich klar entrückt.

Traditioneller Einzelhandelsschwerpunkt: Bahnhofstraße, Denkmalplatz, Rathausstraße

Seit Beginn des 20. Jh. hatte sich der Bereich der Bahnhofsstraße zwischen dem Zecheneingang im Süden bis zum Denkmalplatz und darüber hinaus entlang der Rathausstraße nach Norden allmählich zum Zentrum entwickelt. Als bis heute bedeutendste Stadtachse reihten sich hier traditionell der stadtbildprägende Einzelhandel, Gastronomie-, Verwaltungs- u. Freizeiteinrichtungen. Der Denkmalplatz stellte sich zunehmend als zentrales, verkehrsbestimmtes Achsenkreuz bedeutender Straßen- bzw. ehemals auch Bahnverbindungen dar; bis zu seinem Umbau 2008/09 befand sich hier auch der zentrale Bushof.  Bahnhofstraße/ Rathausstraße und Denkmalplatz haben in den vergangen Jahren durch eine bauliche Neugestaltung deutlich an Attraktivität als Aufenthaltsfläche und Flanierbereiche gewonnen. Durch die Verlagerung des Bushofs und Rückbau bzw. Komprimierung von Straßenverkehrsspuren zugunsten von Fußgängerbereichen mit Beleuchtungs- und Baumarrangements wurde der Denkmalplatz in seinen Flächen grundsätzlich neu gegliedert und in seiner qualitativen Erscheinung aufgewertet; eine tatsächliche strukturelle Änderung der platzräumlichen Situation mit ihren großen Dimensionen und – angesichts der teilweise niedrigen Bebauung – unzureichend gefassten Platzkanten konnte in diesem Zuge jedoch nicht realisiert werden. Während sich die Bahnhofsstraße in ihrer Funktion als Haupteinkaufslage stabilisierte, zeigen sich im Bereich der Ladenzeile am nordwestlichen Denkmalplatz heute viele Leerstände.

Innenstadterweiterung Nord, Rathausbereich

Mit dem Rathausneubau (1969-71) an der Hubertusstraße sollte der Startpunkt einer nach Nordosten, von der Grube abgerückten, neuen Innenstadt gelegt werden. Diese ist bis heute nicht über ihre Ansätze hinausgekommen, wie die stadträumlich rudimentäre Situation und die problematischen Geschäftslagen an der Otto-Wels-Straße (u.a. Rathauscenter, inzw. wiederbelebte Luisenpassage, umgenutztes Globuscenter) sowie die hinter dem Rathaus liegenden Flächenreserven zeigen. Dies ist auch auf die Kurskorrektur in der Innenstadtentwicklung zurückzuführen, mit der man ab den 1990er Jahren durch das freiwerdende Zechenareal wieder den Fokus auf die Stadtmitte an der Bahnhofstraße legte. Letztlich ist der Bereich mit Cinetower, Gastronomie, Verwaltungs-, Gesundheits- und sozialen Einrichtungen inzwischen eher als Kultur-/ Freizeit-/ Dienstleistungsbereich zu beschreiben.

Ehemaliges Zechengelände, heute Anna-Park-Gelände

Nach der Zechenschließung lag in zentralster Lage ein riesiges Areal (ca. 1/4 der Stadtmitte) mit der einmaligen Chance, hier wichtige innenstadttypische Nutzungen zu konzentrieren, die zuvor in Peripheriebereiche abgerückt waren. Anstelle des Bergbaubetriebes findet sich hier nun ein attraktives gemischtes Stadtquartier mit besonderen städtebaulichen, architektonischen u. ökologischen Qualitätsstandards. Aktuell entstehen mit ENERGETICON und KuBiZ zwei Projekte mit enormer Strahlkraft für die gesamte Stadt und darüber hinaus. Auf der Stadtachse der Bahnhofstraße markiert der modifizierte Kreisverkehr nunmehr die südliche Eingangssituation zum Innenstadtbereich.

Aufgabenstellung

Die Verknüpfung unterschiedlicher Standorte und Attraktoren zu einer ganzheitlichen Alsdorfer Innenstadt ist – im Spannungsfeld von Bestand und Neuplanung –  gleichermaßen als Potenzial und Herausforderung zu sehen. Die Lösung dieser Thematik steht im entscheidenden Fokus des hiesigen Ideenverfahrens und wird auch ausschlaggebendes Kriterium bei der Entwurfsbewertung sein.

In einem Innenstadtrahmenplan bzw. Masterplan (Planungsraum ca. 26  ha) mit besonderem Fokus auf der Qualität des öffentlichen Raums, Wegevernetzungen, verbindenden gestalterischen Elementen etc. soll eine städtebauliche Leitschnur für die künftigen Planungen der Verwaltung entwickelt werden. Ziel ist die Schaffung von einladenden Eingangssituationen, Aufenthaltsqualität zum Flanieren, Einkaufen, für Außengastronomie, Kultur, Unterhaltung und Kommunikation für alle Altersgruppen der Alsdorfer Bevölkerung und Besucher der Stadt.

Wie können neue Stadtraumabfolgen den Besucher freundlich empfangen und durch den Kernbereich „lenken“? Wie können bestehende und künftige Zielpunkte miteinander verknüpft werden, so dass nicht nur „Neues“ angesteuert wird, sondern insbes. auch bestehende Lagen integriert und gestärkt werden? Welche verkehrlichen und baulichen Voraussetzungen sind dafür zu schaffen?

Es sind insofern möglichst vielfältige Projektideen und Bebauungsvorschläge zu entwickeln, die sich mit der Stadtidentität Alsdorfs auseinandersetzen und sich in einem ausgewogenen Spannungsfeld von Neuem und Bestand, Wohnen und Arbeit, Handel und Kultur, Erlebnis und Wohlfühlen bewegen und diese Thematiken, wenn und wo möglich, miteinander in Beziehung setzen.

1)        Zentralparkplatz

Der ca. 4 ha große Entwicklungsbereich wird begrenzt durch den Denkmalplatz im Norden, die Bahnhofstraße im Osten, den Anna-Platz im Süden sowie den Willy-Brandt-Ring im Westen. Auf der Fläche erfolgt bisher insbes. der Stellplatznachweis für die Stadthalle. Sie ist einerseits flankiert von den rückwärtigen Fassaden der umgebenden Randbebauung  Bahnhofsstraße / Denkmalplatz – eine für ihre Zentralität keineswegs adäquate Hinterhofsituation, die insbes. bei Dunkelheit auch als Angstraum wahrgenommen wird. Andererseits öffnet sich die Fläche zum attraktiven Anna-Park-Quartier, kann dafür aber z.Zt. kein angemessenes Entree darstellen.

Mit einer Bebauung dieser Fläche bietet sich die einzigartige Chance, ein ganzes Stück des Innenstadtgefüges neu auszugestalten, neue Wegebeziehungen und neue Eingangssituationen zu schaffen. Gerade die in vergleichbaren Städten häufig vorzufindende bandförmige Entwicklung von Einzelhandelslagen mit Zwängen aus bestehenden Grundstücksverhältnissen könnte hier durch einen attraktiven neuen „Rundlauf“ mit kurzen Wegen gänzlich neue Qualität sowie ein nachfrageorientiertes  Nutzungs- und Flächenangebot mit neuen Magnetfunktionen für die Innenstadt erhalten.

Zugunsten einer adäquaten Verknüpfung, von der Alt und Neu gleichermaßen profitieren, ist unter Berücksichtigung von Wege- und Sichtbeziehungen zum angrenzenden Annaplatz mit dem Fördergerüst eine Durchlässigkeit seitens des  Denkmalplatzes und der Bahnhofstraße zu schaffen.

Im Rahmen des hiesigen Prozesses soll – um eine völlig unvoreingenommene, breite Ideenpalette zu erhalten und die Visionen nicht von vorneherein durch zu viele Restriktionen einzuschränken – den Studierenden daher die Freiheit gelassen werden, in ihren Gedankenspielen durchaus die Bebauungszeile entlang des Denkmalplatzes bzw. einzelne Parzellen entlang der Bahnhofstraße zugunsten einer Öffnung ins Plangebiet zur Disposition zu stellen.  Begrüßt werden hier insbesondere Konzeptionen, die eine abschnittsweise Realisierung ermöglichen oder Planvarianten darstellen.

Die durch die Entwürfe überplanten Stellplätze (Stadthalle) sind ebenso wie die durch die Neuplanung zusätzlich erforderlichen Stellplätze auf dem Gelände zu integrieren. Entscheidend ist dabei eine angemessene Konzeption mit möglichst kurzen Wegen, die vom Kunden bzw. Stadtbesucher auch angenommen wird und sich gut in das Nutzungsszenario integrieren lässt. Die Neuplanung muss sich in den Bestand einfügen und ein verträgliches Miteinander ermöglichen, insofern sind die Belange (insbes. Verkehr, Lärmschutz)  der bereits bestehenden angrenzenden Wohnbebauung auf dem Anna-Park-Gelände adäquat zu berücksichtigen.

2)        Hinter dem Rathaus

Die Bereiche um bzw. hinter dem Rathaus zeigen sich bis heute unvollständig und im Stadtgefüge unklar definiert. Die heute ackerbaulich genutzte, ca. 8 ha große Freifläche stellt eine der größten Entwicklungsreserven im  städtebaulichen Innenbereich dar. Da die Fläche weitgehend unbebaut ist, bestehen hier große Planungsspielräume hinsichtlich der Nutzungen und Baustrukturen und Potenzial für eine gänzliche Neudefinition des Quartiers, einhergehend mit einer Verbesserung der derzeitig wenig attraktiven Eingangssituation seitens der B 57.

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