Beispielrechnung: Was kostet die Grundsteuererhöhung?

DSC00069Das größte Haushaltsproblem, das Alsdorf jemals hatte, konnte nur mit einer Erhöhung der Grundsteuer B gelöst werden. Die Alternative, nämlich Verzicht auf Investitionen in Schulen, Kitas und Sportanlagen sowie Kahlschlag bei den freiwilligen Leistungen, kam für die SPD nicht in Frage. Niemand freut sich über eine solche Entscheidung, die durch die Rückzahlung von Gewerbesteuern und durch eine drastische Erhöhung der Städteregionsumlage erzwungen worden ist. Zur politischen Verantwortung gehört allerdings, die positive Entwicklung Alsdorfs gerade jetzt nicht zu gefährden. Immerhin ist es gelungen, die Grundsteuererhöhung auf 2016 zu verschieben und für die meisten noch erträglich zu gestalten, für einige wird es sogar billiger. Das hängt damit zusammen, dass gleichzeitig die Abwassergebühren gesenkt werden.

Wir veröffentlichen hier auf ALSDORFblog eine Beispielrechnung, in der die Auswirkungen von Grundsteuererhöhung und Abwassergebühren-Senkung dargestellt sind. Es handelt sich dabei um anonymisierte, real vorhandene Objekte in Alsdorf. Basis für die Berechnung der Grundsteuer ist der Einheitswert, der vom Finanzamt festgesetzt wird. Die Höhe richtet sich nach verschiedenen Faktoren, zum Beispiel danach, ob es sich um ein Ein- oder Zweifamilienhaus handelt, sie richtet sich nach Baujahr und Größe oder danach, ob das Objekt in einem Bergschadengebiet liegt. Die in den Beispielrechnungen aufgeführten Kanalgebühren beziehen sich jeweils auf Schmutzwasser (- neun Cent je Kubikmeter) und Oberflächenwasser (- 29 Cent je Quadratmeter). Hier die ausgewählten Beispiele:

Einfamilienhaus Kellersberg: Die Grundsteuer B erhöht sich ab 2016 um 24,09 Euro auf 139,49 Euro jährlich. Die jährliche Kanalgebühr sinkt um 30,26 Euro. Gesamtdifferenz: – 6,17 Euro.

Mehrfamilienhaus mit Gewerbe Kellersberg: Die Grundsteuer B erhöht sich ab 2016 um 355,40 Euro auf 2058,38 Euro jährlich. Die Kanalgebühr sinkt um 36,80 Euro. Gesamtdifferenz pro Jahr: + 318,60 Euro.

Einfamilienhaus Warden: Die Grundsteuer B erhöht sich ab 2016 um 94,44 Euro auf 546,97 Euro jährlich. Die Kanalgebühr sinkt um 43,57 Euro. Gesamtdifferenz: + 50,87 Euro.

Zweifamilienhaus Broicher Siedlung: Die Grundsteuer B erhöht sich ab 2016 um 113,92 Euro auf 659,83 Euro jährlich. Die Kanalgebühr sinkt um 58,24 Euro. Gesamtdifferenz: + 55,68 Euro.

Einfamilienhaus Zopp: Die Grundsteuer B erhöht sich ab 2016 um 72,59 Euro auf 420,41 Euro jährlich. Die Kanalgebühr sinkt um 37,63 Euro. Gesamtdifferenz: + 34,96 Euro.

Einfamilienhaus Neuweiler: Die Grundsteuer B erhöht sich ab 2016 um 14,83 Euro auf 85,90 Euro jährlich. Die Kanalgebühr sinkt um 33,33 Euro. Gesamtdifferenz: – 18,50 Euro.

Zweifamilienhaus Neuweiler: Die Grundsteuer B erhöht sich ab 2016 um 221,22 Euro auf 1281,23 Euro jährlich. Die Kanalgebühr sinkt um 50,27 Euro. Gesamtdifferenz: + 170,95 Euro.

Fünffamilienhaus Schaufenberg: Die Grundsteuer B erhöht sich ab 2016 um 268,86 Euro auf 1557,15 Euro jährlich. Die Kanalgebühr sinkt um 113,39 Euro. Gesamtdifferenz: + 155,47 Euro.

Altbau Kellersberg: Die Grundsteuer B erhöht sich ab 2016 um 27,75 Euro auf 160,75 Euro jährlich. Die Kanalgebühr sinkt um 56,16 Euro. Gesamtdifferenz: – 28,41 Euro.

Altbau Mariadorf: Die Grundsteuer B erhöht sich ab 2016 um 42,26 Euro auf 244,78 Euro jährlich. Die Kanalgebühr sinkt um 60,73 Euro. Gesamtdifferenz: – 18,47 Euro.

Altbau Busch: Die Grundsteuer B erhöht sich ab 2016 um 12,91 Euro auf 74,78 Euro jährlich. Die Kanalgebühr sinkt um 33,83 Euro. Gesamtdifferenz: – 20,92 Euro.

Zweifamilienhaus Ost: Die Grundsteuer B erhöht sich ab 2016 um 113,37 Euro auf 656,57 Euro jährlich. Die Kanalgebühr sinkt um 31,72 Euro. Gesamtdifferenz: + 81,65 Euro.

Vierfamilienhaus Mitte: Die Grundsteuer B erhöht sich ab 2016 um 76,87 Euro auf 445,22 Euro jährlich. Die Kanalgebühr sinkt um 62,10 Euro. Gesamtdifferenz: + 14,77 Euro.

Einfamilienhaus Mitte: Die Grundsteuer B erhöht sich ab 2016 um 27,76 Euro auf 160,82 Euro jährlich. Die Kanalgebühr sinkt um 26,79 Euro. Gesamtdifferenz: + 0,97 Euro.

Einfamilienhaus Duffesheide: Die Grundsteuer B erhöht sich ab 2016 um 58,38 Euro auf 338,12 Euro jährlich. Die Kanalgebühr sinkt um 56,11 Euro. Gesamtdifferenz: + 2,27 Euro.

Objekt Ofden: Die Grundsteuer B erhöht sich ab 2016 um 68,95 Euro auf 397,26 Euro jährlich. Die Kanalgebühr sinkt um 26,41 Euro. Gesamtdifferenz: + 42,18 Euro.

Einfamilienhaus Müschekamp: Die Grundsteuer B erhöht sich ab 2016 um 187,54 Euro auf 1086,15 Euro jährlich. Die Kanalgebühr sinkt um 67,12 Euro. Gesamtdifferenz: + 120,42 Euro.

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11 Kommentare zu Beispielrechnung: Was kostet die Grundsteuererhöhung?

  1. Bettina Markgraf sagt:

    Eines muss man der SPD lassen, sie zeigt Selbstbewusstsein wenn es darum geht schlechte Nachrichten gut aussehen zu lassen.

    Wären sie doch einfach so ehrlich und würden dem Bürger sagen, dass es momentan nicht anders geht und die Stadt Alsdorf ihre Kosten ohne Erhöhung der Grundsteuer nicht mehr in den Griff bekommt.
    Wer sich ein bisschen in die online verfügbaren Satzungen einliest, merkt schnell dass die Senkung der Kanalgebühren kein Geschenk der SPD an die Bürger ist sondern eine rein logische Konsequenz aus sinkenden Kosten für die Stadt in diesem Bereich. Sie stellen hier aber bewusst einen Zusammenhang her um den Bürger ruhig zu stellen. Es bleibt zu hoffen, dass der Bürger nicht halb so dumm ist, wie sie ihn darstellen.

  2. Albert F. sagt:

    Wer Ehrlichkeit in der Politik verlangt, sollte auch selbst bei der Wahrheit bleiben, Frau Markgraf. Die SPD stellt klar fest, warum die Grundsteuern erhöht werden. Warum unterstellen sie dieser Partei etwas anderes? Die SPD weist auf die Alternative zu den Steuererhöhungen hin und sagt, dass sie diese Alternative ausgeschlossen hat. Was hat das mit „nicht mehr in den Griff bekommen“ zu tun? Es wird darauf hingewiesen, dass gleichzeitig die Abwassergebühren gesenkt werden, was die Steuererhöhung abmildert. Warum suggerieren Sie hier „ein Geschenk der SPD“? Was auch immer Sie zu diesem Kommentar motiviert hat, es ist eine merkwürdige Stellungnahme.

  3. Bettina sagt:

    Ich kenne Parteien in Alsdorf, die vor diesem Problem abgetaucht sind. Z.B. die CDU die zusammen mit den Grünen die Umlage der Städteregion erhöht hat. Das kommt Alsdorf und andere Städte teuer zu stehen. Noch eine Bemerkung zu Bettina Markgraf: Ich wünschte in meiner Stadt Herzogenrath würden die Hausaufgaben beim Haushalt so gemacht wie in Alsdorf.

  4. Günther sagt:

    Sieht aus, als ob ich noch Glück habe und nicht so tief in die Tasche greifen muss. Hoffentlich geht es weiter voran mit unserer Stadt.

  5. Bettina Markgraf sagt:

    Albert, lesen Sie meinen Beitrag am besten nochmal. Wenn die SPD schreibt, dass sie die Grundsteuer erhöht um andere Kosten (beispielsweise das Schwimmbad, freiwillige Leistungen etc.) zu decken, dann bekommt sie die Kosten de facto anders nicht mehr in den Griff. Da suggeriere ich nichts und unterstelle auch nichts. Der Autor in diesem Artikel schreibt, dass es für einige sogar günstiger wird. Das müssen sie aber zugeben ist nun wirklich kein Verdienst der SPD sondern ein Selbstzweck um in diesem Artikel die Erhöhung besser dar stehen zu lassen. Welche Intention hat der Autor ansonsten um diese beiden Sachverhalte hier aufzuführen. Die Kanalgebühren wären auch ohne Anhebung der Grundsteuer gesenkt worden.

  6. Juergen Be sagt:

    Ist das nicht eine Milchmädchenrechnung, wenn man die Erhöhung der Grundsteuer mit einer momentanen Absenkung der Abwassergebühren verrechnen will?

    Die Gebühren sind verbrauchsabhängig und müssen kostendeckend sein. Da wohl in den nächsten Jahren Sanierungen anstehen dürften, wird die Absenkung wohl auch nur vorübergehend sein.

    Sicher kann man die Steuerrückzahlungen bejammern. Tatsache ist aber auch, dass die Kommune die Millionen kassiert hat und sie auch zum eigenen Wohl eingesetzt hat.
    Wenn dann Klagen wegen angeblich zuviel abgeführter Steuern erhoben werden und sich eine Urteilsbildung über einen längeren Zeitraum nicht ergeben hat, wird wohl niemand so naiv sein können, dass sich eine solche bis zur Unendlichkeit hinziehen wird. Eine Rückzahlung war wohl zu erwarten und auch die damit verbundene Zinszahlung.

    Die gesamte miserable finanzielle Lage der Stadt nun aber nur auswärtigen Stellen zuschreiben zu wollen, halte ich für sehr gewagt. Da soll wohl der Eindruck erweckt werden, dass sich die Stadt wohl nie selbst in eine Verschuldung gebracht hat.

  7. meluin dragnan sagt:

    Ich spare nun über 150 Euro im Jahr.
    Danke SPD
    Alsdorf Allah-f

  8. F. Vorländer sagt:

    Ich finde es bemerkenswert, wie offen die SPD in Alsdorf mit diesem selbstverständlich unpopulären Thema umgeht. Da werden Probleme ehrlich gelöst und nicht vertuscht oder ausgesessen. Diejenigen, die immer ein Haar in der Suppe finden, die gibt es überall. Aber Kritik, die nicht konstruktiv ist sondern nur um der Kritik willen geübt wird, die kann man getrost vergesen.

  9. Peter R sagt:

    Danke SPD die Grundsteuer wird erhöht sie ist schon einmal erhöht worden weil die Stadt nicht mehr wusste wie man alles bezahlen soll.Die SPD ist eben eine soziale Partei
    und immer für den kleinen Mann da siehe die Senkung der Kanalgebühren.

  10. Hans sagt:

    Dann mal ein Beispiel von mir:

    2012, 395%, 479,37€
    2013, 414%, 501,21€
    2014, 575%, 697,82€
    2016, 695%, 843,45€

    In vier Jahren bezahlen wir nun knapp 364€ mehr, dies ist eine Erhöhung von knapp 76%! Frage mich, warum wir das teuerste Einfamilienhaus haben?! Oder wurden die Zahlen oben schön gerechnet?
    Generell wäre es schön, wenn das Geld der Bürger nicht ständig aus dem Fenster gewofen wird für Unnütz.. Ich gehe schließlich nicht ausschließlich für die Fehler anderer Arbeiten!

    Meine Stimme bekommt ihr nicht mehr..

  11. Bernd S. sagt:

    Verehrter Hans, Sie behaupten, das Geld der Bürger werde „ständig aus dem Fenster geworfen für Unnütz“. Sind Investitionen in Schulen für Sie „unnütz“? Oder das Sauberhalten einer Stadt, wenn andere Gestalten herummüllen? Wovon sollen denn öffentliche Gebäude finanziert werden, wenn nicht durch Steuern? Soll die Stadt auf den Präsenzdienst verzichten und die öffentliche Ordnung sich selbst überlassen? Was haltern Sie vom Bau von Kindertagesstätten, ist das für Sie auch „unnütz“. Wollen Sie, dass Spielgeräte auf Spielplätzen nicht nehr in Ordnung gehalten werden, Spielplätze geschlossen, das Naherholungsgebiet mit Tiergehege am Alsdorfer Weiher, die Stadthalle und die öffentliche Bibliothek geschlossen werden? Alles „unnütz“? Sie wollen „nicht ausschließlich für die Fehler anderer Arbeiten“, schreiben Sie. Welche Fehler meinen Sie? Haben Sie mitbekommen, dass Alsdorf unverschuldet per Gerichtsbeschluss gezwungen war, massiv Gewerbesteuern zurückzuzahlen? Ich kann gut verstehen, dass Sie Ihrem Ärger über Grundsteuererhöhungen Luft machen wollen. Was ich absolut nicht verstehen kann, ist die Art und Weise Ihrer völlig unreflektierten Reaktion. Das traut man einem intelligenten Menschen nicht zu.

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