Auf ein Wort: Eine gute Tradition bleibt lebendig

2Heute ist es auf den Tag genau 32 Jahre her, dass auf der Zeche Anna der letzte mit Kohle beladene Förderwagen nach Übertage kam. Mittlerweile ist bei uns eine Generation herangewachsen, die den Bergbau hier nie erlebt hat. Eine bergmännische Tradition aber ist noch immer lebendig. Die Tradition, dass sich untertage jeder auf jeden verlassen kann. Vertrauen und füreinander einstehen prägen das Bewusstsein der Bergleute. Untertage sind alle gleich, egal, aus welchem Land der Kumpel nebenan hierhin gekommen ist.

Diese Einstellung prägt noch heute die große Mehrheit der Alsdorfer. Deutlich geworden ist das, als viele Menschen zu uns gekommen sind, die vor Krieg und Gewalt in ihrer Heimat fliehen mussten. Bürgermeister Alfred Sonders hat das so kommentiert: „Wenn es drauf ankommt, stehen die Alsdorfer zusammen.“ Die übergroße Hilfsbereitschaft vieler, vieler Menschen, Privatleute, Hilfsorganisationen, Unternehmen und Geschäftsleute, von Mitarbeitern der Stadtverwaltung, die für die Flüchtlingsbetreuung Überstunden schieben, ist beeindruckend. Auf all diese Menschen können wir stolz sein.

Selbstverständlich verschließen wir nicht die Augen vor den Problemen, die mit Unterbringung, Betreuung und Integration von Flüchtlingen verbunden sind. Alsdorf geht bis an seine Grenzen, andere Städte tun das auch. Das ist oft sehr schwer, weil ja auch all die anderen Aufgaben in der Stadt erledigt werden müssen. Aber, das darf uns nicht dazu verleiten, dies zum Problem der Menschen zu erklären, die auf unsere Hilfe und Solidarität angewiesen sind. Alsdorf zeigt Willkommenskultur und Solidarität mit Flüchtlingen. Und trotzdem wird weiter in Bildung investiert, neuer bezahlbarer Wohnraum für junge Familien oder für Senioren geschaffen, es wird dafür gesorgt, dass Vereine weiter existieren können, und auch die städtebauliche Entwicklung schreitet voran.

Das unterscheidet verantwortliches und solidarisches Handeln von rechtspopulistischen Vereinfachern, die keine tragfähigen Lösungen parat haben, aber Hass und Zwietracht säen wollen, weil ihnen nichts Besseres einfällt. Lassen wir also denen Danke sagen, die bei uns und anderswo helfen, wenn Menschen in Not sind. Egal, ob es sich um Flüchtlinge oder Einheimische handelt. Vor der Geschichte Deutschlands hat es seinen guten Grund, dass Artikel 1 des Grundgesetzes mit dem Satz beginnt: „Die Würde des Menschen ist unantastbar.“ Darum geht es! Weihnachten ist eine gute Zeit, um noch einmal innezuhalten und uns zu vergewissern, wo wir stehen und wo wir stehen wollen. Übrigens: In den sozialen Medien des Internet ist dieser Tage dieser Spruch zu finden: „Bei einer Weihnachtskrippe ohne Araber, Afrikaner, Juden und Flüchtlinge bleiben nur noch Ochs und Esel übrig.“

Wir wünschen Ihnen frohe Festtage, Glück und Gesundheit für das neue Jahr. Lassen Sie uns weiterhin gemeinsam dafür sorgen, dass unsere Heimatstadt eine liebens- und lebenswerte Stadt bleibt, in der es weiter aufwärts geht. Und in der gute Traditionen bewahrt werden.

Herzlich,

Ihr Hans-Peter Thelen                                                                                                       Vorsitzender des SPD-Stadtverbandes Alsdorf

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