Offene Ohren gegen platte Parolen

Mit offenen Ohren gegen platte Parolen: In seinem Vortrag „Die gespaltene Republik – Deutschland und die populistische Herausforderung“ hat der Aachener Journalist und Politikwissenschaftler Richard Gebhardt das verbale Auftreten von AfD, Pegida & Co. analysiert.

vortrag

Auch nach dem Vortrag für die Zuhörer da: Richard Gebhardt (5.v.l.) stellte sich unter anderem den Fragen von Alsdorfs stellvertretendem Bürgermeister Friedhelm Krämer (3.v.l.) und Mitgliedern des Integrationsrates.

Gut besucht war der Abend in der Alsdorfer Stadtbücherei, der im Rahmen des Programms „Miteinander in der Städteregion Aachen – gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit“ vom Kommunalen Integrationszentrum der Städteregion in Kooperation mit der Stadt Alsdorf und deren Integrationsrat veranstaltet wurde. Für den Referenten war es eine Art Heimspiel, denn in Alsdorf ist er aufgewachsen. Heute sind seine kritischen Analysen und Kommentare bundesweit gefragt und aktuell gilt das mehr denn je. Denn der „Wutbürger“, der vor allem rechte Gruppierungen wachsen lässt, sei „ein Phänomen, das kaum wieder verschwinden dürfte“. Angefeuert unter anderem von neuen Medien, die allzeit und in der Regel anonym Kommentarmöglichkeiten bieten, habe die Zahl verbaler Entgleisungen vehement zugenommen. Und Parteien wie die AfD spiegeln diesen „Zeitgeist“ in ihrer öffentlichen Darstellung wider. Deren populistischen Äußerungen solle man – wenn überhaupt – nur unaufgeregt und mit inhaltlich fundierten Argumenten begegnen, riet Gebhardt. Grundsätzlich würde er es jedoch begrüßen, „wenn nicht jede verbale Entgleisung von den etablierten Parteien mit großem Getöse verurteilt würde“. Dadurch erhielten selbst jene Äußerungen Gewicht, die für sich allein gestellt eher der Lachhaftigkeit preisgegeben wären. Gut eine Stunde lang referierte Gebhardt, eine lebhafte Fragerunde schloss sich an. Wie jedoch der Aufschwung der AfD gebremst werden könne – darauf musste auch Gebhardt eine Antwort schuldig bleiben. „Diese Partei wird sich eventuell durch innere Macht- und Richtungskämpfe noch einmal aufspalten – doch verschwinden wird sie sicher nicht so rasch.“ (apa)

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