Neujahrsrede unseres Bürgermeisters

Ansprache von Herrn Bürgermeister Alfred Sonders zum Empfang zum Neuen Jahr der Stadt Alsdorf am Freitag, 12. Januar 2018, 18 Uhr, Stadthalle Alsdorf

Sehr geehrte Damen und Herren,

liebe Gäste,

2017 – was für ein Jahr für unsere Stadt!

20 Jahre Cinetower Kinopark, 90 Jahre Kinotradition der Familie Stürtz in Alsdorf, und im Jubiläumsjahr wieder eine große Investition in die komplette Erneuerung der Gastronomie im Cinetower; das soll 2018 abgeschlossen werden mit Veränderungen an der Außengastronomie und ist wiederholt eine Stärkung des Freizeitstandortes Alsdorf durch privates Engagement.

Eine rauschende Karnevalssession in allen unseren Stadtteilen. Der Karneval ist und bleibt eben eine der tragenden Säulen unserer kulturellen Vielfalt.

Herzlich willkommen heute unseren Prinzenpaaren Stefan und Tanja sowie Marcel und Gabi.

Deutsche Meisterschaft im Rahmen des Dachser Duathlon mit Top-Athleten in Alsdorf und die Zusage, ab 2018 Teil der weltweit renommierten Powerman International-Reihe zu sein als einziger Standort in Deutschland. Die Stars der Szene kommen Ende April nach Alsdorf, ebenso werden viele Gäste unsere Hotels an diesem Wochenende füllen; danke dem Marathon Club Eschweiler mit Patrik Thevis, der Spedition Dachsen mit Herrn Bremen und dem Autohaus Zittel. Den nächsten großen Schritt in diesem Jahr hat uns auch Raoul Pöhler von der Residenz an der Stadthalle möglich gemacht.

Tag der Integration mit Besucherrekord an der Burg, ein Highlight von vielen in unserem tollen Burgpark, unserer Top-Adresse für Open-Air-Veranstaltungen. Danke an alle Beteiligten sowie Mevlüt Zorlu und dem Integrationsrat.

Europafest mit großem Bergmannstag und Festzug, der nicht nur die teilnehmenden Bergleute emotional sehr bewegte und tausende Besucher in die Alsdorfer Innenstadt zog, eine Alsdorfer Gesamtleistung, für die wir alle Aktiven herzlich danken.

Städteregionsweiter Rekord bei Gewerbeflächenverkäufen in Alsdorf; fast 70.000 Quadratmeter verkaufter Flächen brachten uns den Spitzenplatz in der Region.

Entscheidung für Alsdorf als Standort der Touristen-Information für den Nordkreis, das Energeticon wird zentrale Anlaufstelle für Touristen, die den Norden von Aachen besuchen: Und wir Nordkreisstädte arbeiten erstmals an einem gemeinsamen Konzept, um für Tages- und Mehrtagestouristen interessant und attraktiv zu sein. Das Land unterstützt uns dabei mit einer Förderung, darunter auch 2 Projekte in Alsdorf. Insgesamt sind wir Teil der Radstrategie der Städteregion zusammen mit dem Südkreis und der Stadt Aachen. Auch diese Gemeinsamkeit ist neu, aber wichtig.

Alsdorf als Wohnstandort boomt wie nie, 905 Wohneinheiten wurden seit 2009 geschaffen, 650 kommen in den nächsten Jahren mindestens hinzu. 2017 und 2018 werden fast 150 Wohneinheiten allein im sozialen Wohnungsbau in Alsdorf realisiert. Das ist schon eine gewaltige Hausnummer und macht deutlich: Wir in Alsdorf werden unserer sozialen Verantwortung gerecht.

Pickepacke volles, spannendes Ausstellungsjahr dank Kunstverein und Schaffrath-Haus; ein Kunstereignis folgt dem nächsten und dann noch der einmalige und viel diskutierte Skulpturenweg des Kunstprojektes „Pillars of Freedom“ der eine Friedens-Botschaft von Alsdorf in die Welt schickt, dank eine Privatidee von Alfred Mevissen.

Großes Geocache-Event mit 2000 Besuchern aus mehr als zehn Ländern, eine Privatinitiative der Familie Grates, die Dank Pro Energeticon e.V. und Stadtmarketing realisiert werden konnte.

Tour de France bringt 25.000 Besucher in Alsdorf an die B 1, über 200 Ehrenamtler sorgen für einen reibungslosen Ablauf – ein Erlebnis.

„1000 Tage Energeticon“ – 100 000 Besucher aus nah und fern.

Alsdorfer Chöre und Instrumentalvereine begeistern mit Musik in zahlreichen Konzerten in einer Vielfalt, um die uns viele beneiden und dann noch die Highlights  in Stadthalle und Energeticon – fast jeden Tag ein kultureller Höhepunkt in Alsdorf.

Panattoni Europe investiert 9 Millionen Euro im Businesspark Hoengen, auch WWM baut dort neu und eröffnet seinen Service-Hub in Alsdorf. Dachser expandiert weiter in Schaufenberg, ebenso die Firma Matuschek, noch mehr High Tech aus Alsdorf für die Automobilindustrie.

Heute haben wir weit mehr Arbeitsplätze in Alsdorf als uns durch den Bergbau verloren gingen. Unsere Arbeitslosenquote liegt zwar wie die von ganz NRW über dem Bundesdurchschnitt aber eben auch unter dem Landesschnitt. Das war nicht immer so und auch der wiederholte Rückschlag bei Cinram, unserem ehemals größten Arbeitgeber hat daran zunächst nicht viel geändert. Trotzdem gilt es, die arbeitslos gewordenen Menschen zu versorgen. Erfreulich ist, dass es für die frei werdenden Grundstücke des Unternehmens rege Nachfrage gibt.

Große Abbruchparty des Stadtmagazins Und Sonst am Alsdorfer Gymnasium, ein riesiger Ehemaligentreff, eine bewegende Party zum Abschied von unserem altehrwürdigen Gymnasium und unser Stadtmagazin durfte ebenfalls feiern: Schon seit 15 Jahren setzt das Alsdorfer Eigengewächs Maßstäbe als hochwertiger Botschafter des Lebens in unserer Stadt.

Das Schlüsselprojekt ABBBA feiert in der Luisenpassage 5. Geburtstag. Hier hat Betreuung und soziales Engagement ein Zuhause und viele Möglichkeiten. Davon profitieren nicht nur hilfebedürftige Alsdorfer Familien, auch unsere Flüchtlinge erhalten hier Unterstützung mit Rat und Tat von Profis und Ehrenamtlern.

Das Alsdorfer Erfolgsunternehmen VEDA feiert gar 40jähriges Bestehen, Know-How in Sachen Datenverarbeitung aus Alsdorf für zahlreiche Unternehmen bundesweit.

Immenser Zuspruch zum Radwandertag, neues Wohnen in Alsdorf hautnah entdecken und die Vielfalt genießen.

Wieder zwei neue Kitas eröffnet, jetzt sind es 20 in Alsdorf und mit dem Neubau und der Erweiterung der AWO in Hoengen und einer neuen 6-gruppigen Einrichtung auf dem alten Rot-Weiß-Sportplatz kommen weitere Plätze bis 2020 hinzu. Danke sage ich dem geduldigen EVA-Kindergarten-Verein, der in Ofden beim Neubau toll bei der Stange blieb und dem DRK, das den Geranienweg wieder belebte.

Tschernobyl-Hilfe 25 Jahre aktiv, den Kindern tat der Aufenthalt in Alsdorf sichtlich gut und im Energeticon konnten sie die Energiewende erleben, danke an fürsorgliche Gasteltern.

Weihnachtsmarkt lockt Zehntausende zur Burg, ein Highlight, das nach mehr schreit, dank Toni Klein und seinen Getreuen im Stadtmarketing.

Feuerwehr hilft Baby im Rettungswagen auf die Welt. Wir sind froh, dass auch der zweite Rettungswagen unserer Wehr von unseren Fachleuten besetzt wird, auf die wir uns rund um die Uhr verlassen können.

Und: Gymnasium und Realschule Alsdorf haben das neu eröffnete Kultur- und Bildungszentrum Alsdorf – das KuBiZ Johannes Rau – bezogen. Endlich.

Das, liebe Alsdorferinnen und Alsdorfer, liebe Gäste, war ein Parforceritt durch 2017 – und ich konnte lange nicht alles nennen, was uns in Alsdorf bewegt und beschäftigt hat.

Aber ich denke, dass man auch im Schnelldurchlauf einen ganz guten Eindruck davon bekommt, was  alles in unserer Stadt bewegt wurde.

In 12 Monaten!

Große und kleine Projekte, sie alle bauen am neuen Alsdorf, wir alle bauen am neuen Alsdorf, an unserer Stadt. Jahr für Jahr.

„25 Jahre nach dem Ende des Bergbaus. Alsdorf entdeckt sich neu.“ Unter diesem Titel haben wir 2017 eine Veranstaltungsreihe ins Leben gerufen, die sich durch das ganze Jahr zog. Ausstellungen, Buchveröffentlichungen, Fotowettbewerb, Jugendliche kommen mit Zeitzeugen ins Gespräch, Wirtschaftsgespräche, Busrundfahrt und vieles mehr.

Ich habe mich sehr gefreut, dass so viele mitgemacht haben! Wir haben Bilanz gezogen, wir haben uns erinnert, wir haben nach vorn geblickt, nicht das Ende vor 25 Jahren „gefeiert“ sondern unsere neue Zukunft erlebbar gemacht.

Vieles von dem, was wir gerade gehört haben – auch einen großen Teil unserer Veranstaltungsreihe -, haben Menschen ehrenamtlich auf die Beine gestellt. Einfach so. Für Sie, für uns.

Starke Gemeinschaft, großer Zusammenhalt und hohe Einsatzbereitschaft – das waren Werte, die unter Tage existentiell waren. Und die Alsdorf noch heute prägen.

Anpacken – Ärmel hochkrempeln – net mulle, werke –  das Erbe des Bergbaus liegt für mich  in den Menschen, in uns, in Ihnen allen, in dem Geist, in dem wir alle leben und unsere Stadt gestalten.

Alsdorf stellt dafür die Infrastruktur zur Verfügung, damit Menschen sich ortsnah organisieren können. Bei uns findet das beispielsweise seinen Niederschlag in einer Vielzahl von Bürgerhäusern, Vereins- und Pfarrheimen, Gemeinschaftseinrichtungen und Fachzentren, die zum größten Teil mit Zuschüssen der Stadt Alsdorf gebaut worden sind. Das Spektrum reicht von Veranstaltungshäusern wie der Gemeinschaftshalle Broicher Siedlung über den Bürgerverein Duffesheide, im früheren Sportheim, bis hin zu sozialen Einrichtungen wie die Begegnungsstätten der AWO, das Castorhaus, das Dorfgemeinschaftshaus Warden und anderen.

In jedem Ortsteil haben wir Treffpunkte, in denen man zusammenkommen, etwas auf die Beine stellen kann. Die Stadt stellt auch eine Unzahl von Probenräumen zur Verfügung für unsere rund 400 Vereine und Organisationen. Das hat in Alsdorf Tradition und soll auch so bleiben. Mit dem KuBiZ Johannes Rau kommt noch ein weiteres attraktives Veranstaltungszentrum hinzu, sobald die Kraftzentrale komplett fertig ist.

Und doch: Das Gesicht des Ehrenamtes hat sich teilweise geändert, hat sich dem Zeitgeist angepasst. Interessen verlagern sich. Beispiel Sport: Menschen nutzen auch kommerzielle Angebote, daran müssen sich Stadt und Vereine in ihrer Entwicklungsplanung anpassen. Das tun wir mit dem Sportstättenentwicklungsplan oder Veranstaltungen wie den Stadtteilkonferenzen. Wir wollen die Menschen da abholen, wo sie sind, wollen ihre Wünsche und Sorgen berücksichtigen.

Wir sehen aber auch, dass gut gemachte Angebote nach wie vor Zulauf finden. Das ist immer dort der Fall, wo mit viel Optimismus am Verein und an der Zukunft gearbeitet wird, wo Strukturen sich an neue Gegebenheiten anpassen, wo Veränderung stattfindet, auch wenn es darum geht, Traditionen zu pflegen.

Und diese Zukunft liegt auch in den Ganztagsangeboten unserer Kitas und Schulen. Die Tatsache, dass immer mehr Eltern für ihre Kinder diese Ganztagsangebote nachfragen (müssen) wird nachhaltig zu einer Veränderung unseres bisher gewohnten Vereinslebens führen.

Darauf müssen sich alle Vereine einstellen und viele haben es bereits getan.

Sie bieten Kurse in unseren Einrichtungen an, um Kinder langfristig für die eigene Arbeit zu interessieren. Diesen Prozess der Anpassung sollten wir gemeinsam gestalten und ein Netzwerk aufbauen, in dem Verein, Schule und Kita sich finden können, um sich mit ihren Angeboten gegenseitig zu bereichern.

Wenn Vereine, Schulen und Kitas aufeinander zugehen, miteinander kooperieren, kann das helfen, langfristig funktionierende Vereinsstrukturen zu erhalten und ein rundum stimmiges Angebot im Ganztag bieten zu können, der in den nächsten Jahren weiter wachsen wird.

Auf der einen Seite Räume, Plätze, Nutzer und Infrastruktur, auf der anderen Seite ehrenamtliche Trainer, Betreuer, Übungsleiter und Fachwissen in vielen Bereichen von Sport, Kunst, Kultur und im sozialen Bereich. Sie gilt es, zueinander zu führen und klar zu machen, dass alle davon profitieren können.

Liebe Alsdorferinnen und Alsdorfer, liebe Gäste,

ich möchte im kommenden Jahr den Blick auf die Menschen und Möglichkeiten, die Alsdorf bietet, richten. Auf die, die sich engagieren, die mitmachen, die unsere Stadt mitgestalten. Und das sind richtig viele. Und es dürfen gern noch mehr werden. Ich möchte dafür werben, dass Engagement im Verein Spaß macht und Kooperation für alle nützlich ist. Das ist gut für denjenigen, der sich einsetzt. Das ist aber auch gut für die Entwicklung unserer Gesellschaft insgesamt und die Persönlichkeiten, die aus dieser Arbeit heraus erwachsen.

Wer sich engagiert, profitiert auch. Ich selbst bin einer dieser Profiteure und in diesem Jahr 40 Jahre lang Mitglied bei den Roten Funken in der Broicher Siedlung. Ich war dort 1978 Kinderprinz und dann Kinderpräsident, mit 21 Jahren Vorsitzender. Ich habe dort meine ersten Schritte auf der Bühne getan.  Als Büttenredner und Moderator. Ich hatte die Möglichkeit, Erfahrungen zu sammeln, meine rhetorischen Fähigkeiten, soziale Kompetenz und Gruppendynamik zu trainieren, Geschick und Organisation zu erlernen. Die Älteren im Verein haben mich machen lassen, mich unterstützt, das brachte uns allen gemeinsam Erfolg und machte sehr viel Spaß. Und daher kann ich nur betonen: Wer eine Aufgabe im Verein übernimmt, egal wo, profitiert auch selbst davon. Für den Beruf, für die Persönlichkeit, für die Familie, für das ganze Leben. Engagement im Verein hilft, unsere jungen Menschen zu starken und engagierten Menschen zu machen und das ist doch eigentlich unser gemeinsames Ziel, das uns vereint. Und das gilt für jeden Verein und nicht zuletzt für die Politik. Und ja: Fehler macht man da auch, aber daraus zieht man doch die Lehren fürs Leben.

Gemeinsam wollen wir unsere Gesellschaft weiter entwickeln. Die viel gescholtene Politik, sie ist dabei kein Gegner, sondern ein wichtiger Partner. Auch für das politische Engagement gilt es, junge Menschen zu gewinnen, zu begeistern. Daher finde ich es gut, dass die Ratsfraktionen das „Kids-Projekt“ auf den Weg bringen wollen. Aus dem Rat stehen Paten jungen Menschen zur Verfügung, die dann mal in die Rats- und Fraktionsarbeit hereinschnuppern können. Das ist gut und wichtig, denn in unserer Zeit gilt es, auch mal wieder klar zu machen, dass politische Arbeit vor allem eins bedeutet: Uneigennützig mit den begrenzten Mitteln, die wir haben, das Leben der Menschen in unserer Stadt möglichst lebenswert zu gestalten. Den Rahmen zu bilden für eine möglichst vielfältige Entwicklung unserer Gesellschaft, für die Betreuung und Bildung unserer Kinder, für sinnvolle Angebote für die Erwachsenen und für die Betreuung und Versorgung unserer Ältesten. Wenn jeder ein klein wenig mithilft, ist das auch für niemanden zu viel, das kennen wir in Alsdorf seit Generationen und das wollen wir uns bewahren. Und das macht glücklich! Diejenigen, die geben und diejenigen, die Unterstützung empfangen.

In diesem Sinne wird es 2018 das Landeshelferfest des NRW-DRK in Alsdorf und auch eine große Ehrenamtsbörse nach der Eröffnung der Kraftzentrale im KuBiZ geben. Die Ehrenamtsbörse soll in der zweiten Jahreshälfte stattfinden. Ich hoffe, dass viele Vereine mitmachen und sich präsentieren. Einen besseren Ort könnten wir dafür kaum finden, wird die Kraftzentrale doch zu einem architektonisch wunderbaren Ort ausgebaut, nicht nur für die Schülerinnen und Schüler. Sie wird vielmehr ein Treffpunkt für Vereine, für das Quartier, für die ganze Stadt.

Neben der Musikschule des Gymnasiums, der Jugendkunstschule Aber Hallo, dem Jugendtreff und den städtischen Chören könnte im KuBiZ auch eine Plattform entstehen, wo sich Vereine, Schulen und Kitas finden können, wo Nachfrage auf Angebot trifft. Ich bin davon überzeugt, dass die Zukunft unserer Vereine und Angebote in Kitas und Schulen in der Kooperation liegt. Dafür wollen wir 2018 besonders werben mit Plakaten, Flyern und Veranstaltungen. Deshalb rufe ich alle Alsdorferinnen und Alsdorfer auf:

Seien Sie dabei, machen sie mit. Treten Sie ein in unsere große Schar der ehrenamtlichen und engagierten Menschen. Ich freue mich auf Sie. Alsdorf freut sich auf Ihre Ideen und Ihr Engagement. Und allen, die bereits aktiv sind sage ich:  Herzlichen Dank und weiter so!

 

Glückauf!

 

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