Wir denken mit Respekt an Hans Vorpeil

Das Herz eines großartigen Menschen schlägt nicht mehr. Der Abschied von Hans Vorpeil erfüllt uns Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten mit Trauer und mit tiefem Schmerz. Wir verlieren einen guten Freund und klugen Ratgeber, dessen Wort Gewicht hatte. Hans Vorpeil war geprägt von der sozialdemokratischen Idee, vom Streben nach Freiheit, nach Gerechtigkeit, nach Solidarität. Und Hans Vorpeil hat mit seiner politischen Arbeit über Jahrzehnte die SPD Alsdorf geprägt.
Von 1975 bis 1990 leitete er ehrenamtlich den SPD-Ortsverein Alsdorf-Mitte. Vorsitzender des SPD-Stadtverbandes Alsdorf ist er von 1979 bis 1990 gewesen. Hans Vorpeil engagierte sich im Alsdorfer Stadtrat von 1975 bis 1994. Viermal wurde er direkt in den nordrhein-westfälischen Landtag gewählt, dessen Mitglied er vom 30. Mai 1985 bis zum 2. Juni 2005 gewesen ist. Allein diese Bilanz ist beeindruckend. Aber noch lange nicht so beeindruckend wie sein entschlossener Einsatz für einen sozialverträglichen Strukturwandel nach dem Ende des Bergbaus im Aachener Revier. Unvergessen ist sein Kampf für das Gründer- und Technologiezentrum im Stadtteil Schaufenberg. Gegen Widerstand im eigenen Wahlkreis, gegen den Willen des Kölner Regierungspräsidenten fand er schließlich in NRW-Wirtschaftsminister Reimut Jochimsen einen Verbündeten.
Schnell hatte der Landtagsabgeordnete Hans Vorpeil sich in der Landeshauptstadt Düsseldorf einen Ruf erworben. Wenn es um die Förderung des wirtschaftlichen Strukturwandels in der nördlichen Städteregion gegangenen ist, hat er nicht lockergelassen, bis er am Ziel war. Der damalige Ministerpräsident Johannes Rau hat über ihn gesagt: „Wenn man Hans Vorpeil zur Tür rausschickt, dann kommt er durchs Fenster wieder rein.“

Hans Vorpeil kämpfte leidenschaftlich für seine Überzeugungen und für die Menschen in der Region. Er wurde am 26. Februar 1937 in einer Bergarbeiterfamilie in Alsdorf geboren. Er selbst hat beim Eschweiler Bergwerks-Verein in leitender Position gearbeitet. Als die Bonner Kohlerunde am 11. Dezember 1987 das Aus für den Bergbau im Aachener Revier beschloss, war für ihn sofort klar, auf welche Aufgabe er sich jetzt als Landtagsabgeordneter vordringlich konzentrieren müsse. Jetzt ging es darum, den Menschen, deren Arbeitsplätze verloren gingen, soziale Sicherheit und eine berufliche Perspektive zu geben.

Wie dramatisch diese Zeit des wirtschaftlichen und sozialen Umbruchs gewesen ist, hat Hans Vorpeil sehr beeindruckend in seiner Dokumentation „Wie Phoenix aus der Asche“ aufgeschrieben. Diese Dokumentation, die er Anfang 2018 veröffentlicht hat, können wir als sein Vermächtnis sehen.

Wann immer es um den wirtschaftlichen Strukturwandel in seinem Wahlkreis ging, kämpfte Hans Vorpeil in vorderster Reihe. Vehement warb er Fördermittel für die Region ein. Sei es für Technologiezentren in Alsdorf und den Nachbarstädten oder für die Sanierung der Zechenbrache Annagelände. Sei es für das einzigartige ENERGETICON oder für seinen VabW, dessen Vorsitzender er 34 Jahre lang gewesen ist. So überzeugt er Mitglied der Industrie-Gewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie gewesen ist, so rege unterstützte er das soziale Engagement der Arbeiterwohlfahrt. Zahlreiche Vereine hatten in ihm einen verlässlichen Freund und Förderer des Ehrenamtes.
Der SPD-Unterbezirk Kreis Aachen ehrte Hans Vorpeil für sein soziales Engagement im März 2006 mit der Kurt-Koblitz-Medaille. Mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande ist er im Januar 2009 ausgezeichnet worden. Im Januar 2012 verlieh ihm seine Heimatstadt Alsdorf die Ehrenbürgerrechte.

Das Herz von Hans Vorpeil schlägt nicht mehr. Aber seine Verdienste um die Region und unsere Stadt bleiben genauso lebendig wie die respektvolle Erinnerung an einen großartigen Menschen. Wir sind stolz darauf, dass wir ihn in unseren Reihen hatten.

Hans-Peter Thelen,
für die SPD Alsdorf

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